Erst so süß und dann so bitter: Leipzig verliert nach Führung in Nürnberg

Es gibt so Spiele, die einen auf den harten Boden der Tatschen zurückholen. Und das Spiel gegen Nürnberg gehörte ganz sicher dazu. Wie vorab schon geschrieben, war die Aufstellung eher eine Wundertüte. Sah dann aber eigentlich gar nicht so schlimm aus. Blöd nur, dass der halbe Kader noch geschwächt war. Trotzdem hatte ich diesmal den Eindruck, dass der unbedingte Wille zu gewinnen bei dem einen oder anderen auch nicht ganz da war. Im Gegensatz zu den Nürnberger Spielern.

Die erste Halbzeit offenbarte, was vorher schon zu vermuten war: Es wird kein sonderlich schönes, aber hart umkämpftes Spiel. Da Kaiser und Demme in der Mitte fehlten, wurde quasi nur zwischen der Verteidigung und dem Angriff mit weiten Bällen agiert. Sonderlich wirkungsvoll war das jedoch nicht. So dass nach einem zwar nicht unspannenden, aber doch glanzlosen Durchgang eins ein 0:0 auf der Anzeigetafel stand, das durchaus seine Richtigkeit hatte. Wobei Leipzig sich nicht hätte beschweren können, wenn die Franken zu dem Zeitpunkt 1:0 geführt hätten. Der Schiedsrichter hatte einen Elfer für die Gastgeber nicht gepfiffen, nachdem Halstenberg etwas optimistisch im Strafraum in einen Zweikampf ging.

Nach der Pause schien es dann, als setzt sich das Ganze so bis zum Ende fort, doch eine wundervoll herausgespielte Kombination bei der Poulsen am Ende blind auf Selke ablegte führte zum durchaus verdienten 1:0 für die Rasenballer. Und das war der Moment, wo ich dachte: Jetzt Ruhe bewahren, Jungs! Gut konzentriert diesen Sieg mitnehmen!

Blöd nur, dass kurz drauf nach einem Standard der Ausgleich fiel und mit ihm auch einige Spieler so ein wenig in sich zusammen. Das 2:1 nach einer weiteren Ecke hatte sich dann schon angekündigt und machte den Spielnachmittag nicht zum Vergnügen. Trotzdem kamen die Leipziger kurz vor Schluss noch ein paar Mal gefährlich vors Nürnberger Tor, drückten sie auf den Ausgleich, um wenigsten einen Punkt mitzunehmen. Doch irgendwie war heute nicht der Tag des Matchglücks und so verreckte ein Versuch nach dem anderen an der starken Abwehr der Gastgeber.

Dass dann zum Schluss auch noch Burgstaller nach drei Versuchen und eigentlich schon völlig platt den 3:1 Endstand schoss, setzte dem Spiel die Krone auf. Es passte einfach einiges nicht. Man sah, wie die Mannschaft oft einen Zacken langsamer und kraftloser war, als es nötig gewesen wäre.

Nun wird es also noch mal richtig spannend, was den Aufstiegskampf angeht. Nürnberg zieht mit Freiburg gleich und liegt drei Punkte hinter Leipzig noch immer auf Rang drei. Allerdings spielen die Freiburger erst morgen Abend, so dass sie mit einem Sieg punktemäßig mit Leipzig gleichziehen könnten, dann aber aufgrund der besseren Tordifferenz auf Platz eins wären. Damit heißt es nun also, den Montagabend damit zu verbringen, alle Daumen für den KSC zu drücken.

Noch ist nichts verloren, die Mannschaft hat alles noch in der eigenen Hand. Was allerdings die Formkurven der ersten drei angeht, sieht die von RB am schlechtesten aus. Jungs! Jetzt erst recht: Mund apputzen, kämpfen, siegen und eine neue Serie starten. Ansonsten könnte die Saison mit einem bösen Erwachen enden.

Bildnachweis:

  • Nürnberg – Leipzig, Klostermann: Foto: GEPA pictures/Roger Petzsche
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vonStein

Macht Fotos, lebt in Leipzig, redet wirr und mittlerweile auch über Fußball. Igitt!

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