Trotz Unentschieden gegen DSC: Vorsprung ausgebaut

Was war das doch für Wechselbad der Gefühle an diesem Spieltag. Am Freitag der erste Matchball für die Rasenballer in der Mission Aufstieg. Jede Menge Pathos, enorm aufgeladenes Spiel mit Ansprache des Trainers (hab ich leider verpasst, die Getränkeschlange war zu lang), Video von alten Bekannten und Kai Pflaume (wtf?!), Choreo für die Löwen (war das an die Braunschweiger gerichtet?) und natürlich Choreo für Willi, der sich darüber sehr freute.

Kann man machen, muss man aber nicht, weil es dem Spiel einfach zu viel Bedeutung beimisst, den Druck nur unnötig erhöht und den Gegner sogar noch mal extra motiviert. Und das hat ja auch ganz gut geklappt. Die Bielefelder standen defensiv sehr gut, ließen kaum Chancen zu und Leipzig rannte immer wieder bis zum Strafraum, wusste dann aber nicht weiter. Viel zu oft waren die Abschlussversuche viel zu umständlich, wurde ein Schleifchen nach dem anderen extra geknotet.

Erst ein Fehler der Bielefelder Abwehr, bei der der Ball etwas verspringt und dann die Abstimmung nicht passt, nutzte Sabitzer eiskalt zum Führungstreffer. Mit Überblick und dem von Rangnick geforderten kühlen Kopf umkurvt der Österreicher den Bielefelder Torwart und schiebt den Ball über die Linie. Das Stadion koch. Aufstieg, Aufstieg hurra und so weiter. Aber es war ja erst eine halbe Stunde gespielt.

Weitere Tore kamen bis zur Halbzeitpause nicht mehr dazu, auch wenn sowohl Poulsen als auch Forsberg dicke Chancen hatten, zu erhöhen. Aber der Däne ballerte eine geradezu perfekte Vorlage übers Tor. In neun von zehn Fällen macht er den. Pech. Der Schwede zog aus der Ferne ab und zielte mal nicht aufs Nordtor sondern direkt auf den Kasten, wo aber der Bielefelder Keeper die Kugel noch entscheidend ablenken konnte.

Nach der Pause schienen die Leipziger dann allerdings ein wenig weiche Knie zu haben, Angst vor der eigenen Courage. So dass wirklich zwingende Szenen Mangelware waren. Zu allem Überfluss arbeiteten sich dann die Arminen auch noch in den Strafraum von RB, Gulácsi und Nukan mit Abstimmungproblemen, so dass unser Keeper den Ball zwar zunächst weg vom Tor bekam, dann aber mit dem Abwehrmann kollidierte. Der Ball war also noch heiß. Rumgestocher im Strafraum, keiner bekommt die Murmel weg und zack kommt das Ding aus knapp 20m Entfernung ins linke Eck. Ausgleich. Relegation, wir kommen!

An dieser Stelle wieder einmal die Frage, warum Rangnick so an dem jungen Ungarn im Tor festhält. Ja, er ist jung, ja er wird sich noch entwickeln, ja, so richtig schlecht ist er nicht. Aber: Immer wieder klebt Gulácsi auf der Linie, statt zielstrebig rauszugehen. Kommt er doch mal weg von der Linie, wirkt er unsicher, geht plötzlich wieder zurück zum Kasten. Immer weider muss die Abwehr dann in höchster Not aushelfen. Das führt letztlich auch dazu, dass die Innenverteidigung dem Torwart immer mal wieder auch einfach nur im Weg steht. Siehe Nukan. Ich bin mir sicher, bei einem Coltorti wüssten Gegner wie eigene Spieler, dass er rauskommt und das auch kompromisslos. Wie wäre es mit der Krake für die letzten beiden Partien?

Wie dem auch sei, Leipzig versuchte einiges, um doch noch den Siegtreffer zu erlangen, allerdings merkte man, dass die Mannschaft schon etwas platt war. In der Nachspielzeit dann noch mal die große Chance. Quaschner nagelt das Ding volle Kanne… an die Latte. Nukan mit dem Nachschuss, der allerdings geblockt wird. Abpfiff. Ungläubige Gesichter. Gefühlte Niederlage. Aufstieg in weiter Ferne. Und komme mir jetzt keiner mit: Wichtiger Punkt im Aufstiegsrennen. So die allgemeine Stimmung.

Nürnberg nun also mit einem Sieg auf zwei Punkte ran. Aber die müssen sie ja erstmal holen. Allerdings waren die Zweifel daran eher gering. Das Spiel sah dann allerdings völlig anders aus. Die Braunschweiger Löwen hatten wohl die Leipziger Choreo als Motivation gesehen und warfen alles rein. Die Nürnberger Defensive schwach wie wahrscheinlich die gesamte Saison nicht und bämm steht es am Ende 3:1. Aufstieg, Aufstieg!

Also fast. Auf jeden Fall konnten die Gefühle hoch und runter die letzten Tage. Und dann wieder hoch. Denn jetzt braucht Leipzig aus den letzten zwei Spielen nur noch zwei Unentschieden, um sicher aufzusteigen. Oder gar nur eins. Von Nürnberg. Denn dann ist der Drops auch gelutscht. Aber am besten wäre doch noch ein Sieg am Sonntag vor vollem Hause. Bei schönstem Frühlingswetter. Ein Sieg, um gar nicht auf Nürnberg schauen zu müssen und die Sache trotzdem in Sack in Tüten zu haben.

Also Jungs: Volle Konzentration, spielt mal wieder zu Null und beschert uns eine Aufstiegsfeier im eigenen Stadion! Kämpfen bis zum Ende!

Bildnachweis:

  • RaBaLe & Liebe: Wir klären gerade Bildrechte, bis dahin gibt es den Platzhalter.
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vonStein

Macht Fotos, lebt in Leipzig, redet wirr und mittlerweile auch über Fußball. Igitt!

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